Ayurveda Basics – Die Grundlagen erklärt

LuiseAchtsamkeit, Spiritualität1 Comment

Zum ersten Mal mit Ayurveda in Kontakt gekommen bin ich vor circa anderthalb Jahren über einen Podcast. Davor sagte der Begriff mir ehrlich gesagt gar nichts. Im Allgemeinen wird Ayurveda gerne mit Yoga, Meditation und fremden Gerichten assoziiert. Doch Ayurveda ist viel mehr als nur eine Heilkunde, eine Ernährungsweise oder eine Trenderscheinung…

Was ist Ayurveda und woher kommt es?

Um Ayurveda zu verstehen ist es hilfreich, sich zunächst die Bedeutung des Wortes zu vergegenwärtigen. Der Begriff stammt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt  “Wissen vom Leben” (Ayur = Leben, Veda = Wissenschaft). Der Begriff spiegelt damit bereits die große Vielfalt von Ayurveda dar. Einer alten Definition nach ist der Zweck dieser Wissenschaft, “die Gesundheit des Gesunden zu erhalten und den Kranken zu behandeln”.
In dieser ursprünglichen Form existiert die ganzheitliche Gesundheitslehre vor allem in Indien, wo sie wissenschaftlich gelehrt wird und auch zum Alltag mit dazugehört. In unserem, westlichen Kulturkreis kommt man dagegen am ehesten im Wellnessbereich mit Ayurveda in Kontakt. Da die wissenschaftliche Lehre nicht der bei uns alltäglichen evidenzbasierten Medizin entspricht, hat sie leider immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. 

Menschen, die sich intensiver mit dieser traditionellen Alternativmedizin befassen, sind sich schnell der vielen Vorzüge bewusst. Denn Ayurveda kombiniert die mentale, physische, emotionale und spirituelle Ebene in ein ganzheitliches System. Man beschäftigt sich damit, ein gesundes Leben zu erschaffen und dieses auch zu erhalten. Diesen grundlegenden Ansatz allein finde ich persönlich sehr interessant, da er im Kontrast zu der bei uns populären westlichen Herangehensweise steht. Hier beschäftigt man sich nicht erst mit der Gesundheit, wenn man krank ist. Die Gesundheit ist in gewisser Weise die Grundlage des Lebens, die es zu erhalten gilt. Man möchte dauerhaft vollkommene Gesundheit erreichen und das größtmögliche körperliche und geistige Potential ausschöpfen.

Ayurveda ist vor ca. 5000 Jahren entstanden, als Meister und Ärzte Erfahrungswerte und Philosophie kombinierten. Bis heute ist Ayurveda eine hoch aktuelle Gesundheitslehre, von der jeder Einzelne von uns profitieren kann.

Was ist die Dosha-Lehre?

Die Ayurveda-Lehre setzt bei den fünf Elementen Wasser, Luft, Äther, Erde und Feuer an. Alles Leben, die gesamte Natur und so eben auch der Mensch setzt sich aus diesen Elementen zusammen. Um die Elementenlehre auf Körper und Geist zu übertragen, vereint Ayurveda die Elemente zu drei Energien, den Doshas (Vata, Pitta und Kapha). In jedem der Doshas wirken jeweils zwei Elemente mit ähnlichen Eigenschaften. Es ist wichtig zu betonen, dass in jedem Organismus alle drei Doshas vorkommen. Sind die Doshas in Balance, befinden wir uns in Harmonie und alles läuft rund. Meist jedoch sind die Doshas bei uns Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt, und ein oder zwei der drei Energien sind vorherrschend (dazu später mehr). Schauen wir uns die drei Bioenergien mal genauer an:

  • Vata (Luft, Äther): Diese beiden Elemente sind leicht, beweglich, kalt und trocken. Sie vereinen sich zur “Vata”-Energie, die das Bewegungsprinzip darstellt und Atmung, Nervensystem, Kreislauf und (unbewusste und bewusste) motorische Vorgänge im Körper reguliert. Dieses Dosha wird häufig auch als Königsdosha bezeichnet, da es das einflussreichste der drei Hauptenergien ist. Vata zeigt sich in Sensibilität, Flexibilität, Kreativität, Leichtigkeit und Auffassungsgabe.
  • Pitta (Feuer, Wasser): Die Eigenschaften der Elemente Feuer und Wasser bilden zusammen das Umwandlungs- bzw. Feuerprinzip. Damit spielt Pitta eine besonders große Rolle für unsere Verdauung – schließlich ist der Stoffwechsel das größte Umwandlungssystem unseres Körpers. Pitta offenbart sich darüber hinaus in Körperwärme, Ausstrahlung, Temperament, Sehkraft und Organisationsvermögen.
  • Kapha (Erde, Wasser): Das Wirken von Erde und Wasser sorgt als Strukturprinzip für den Zusammenhalt der Dinge. So findet sich die “Kapha”-Energie beispielsweise in Knochenbau und Gewebestruktur. Sie stabilisiert das Immunsystem und steht für die geistige und körperliche Stärke des Körpers. Kapha stellt nicht nur Widerstandskraft und Stabilität dar, sondern auch Gelassenheit, Geduld und Fürsorge.
Person im Meditationssitz, eingedeckt in weiße Blütenblätter
Photo by Chris Jarvis on Unsplash

Was bedeutet “individuelle Konstitution” im ayurvedischen Kontext?

Wie vorhin schon angedeutet, sind die drei Energien in jedem Menschen vorhanden – jedoch in unterschiedlichen Anteilen. Somit hat jeder Mensch von Geburt an eine ganz individuelle Konstitution an Doshas, auch Prakriti genannt. Sie steht für unsere individuellen körperlichen und geistigen Anlagen und Talente. So ist ein zierlicher Körperbau beispielsweise durch Vata geprägt, ein pompöserer dagegen durch Kapha und ein sportlicher, dynamischer Körperbau durch Pitta. 

In der Lehre der Ayurveda wird aber nicht außen vorgelassen, dass jeder von uns von Geburt an äußeren Einflüssen ausgesetzt ist. Deswegen kann sich die körperliche und geistige Konstitution durchaus über das Leben hinweg ändern. Die momentane Konstitution nennt sich “Vikriti”, und kann durch Traumata oder auch durch Alltagsstress beeinflusst werden. 

Ein wichtiges Ziel von Ayurveda ist das Zurückfinden bzw. Verwirklichen der ureigenen Natur, also der Prakriti. Leben wir in unserer Prakriti, fühlen wir uns ganz in unserem Element und erfahren Glück, Zufriedenheit und Leichtigkeit. Unterdrücken wir dagegen unsere dominierende Energie, staut sich diese an und es kommt zu einer Störung. Damit können kurzweilige, aber auch chronische Krankheiten entstehen. 

Neben dem Ziel, zur eigenen Urenergie zurückzufinden, spielt das Gleichgewicht der Energien eine große Rolle. Pitta, Kapha und Vata bilden zusammen eine Dreierwaage, und kein Dosha sollte sich auf Dauer in Körper oder Geist zu sehr übersteigern. Auch eine Unausgewogenheit der Doshas führt zu Krankheiten oder Beschwerden. Zu viel Kapha kann Übergewicht bedeuten, zu viel Vata führt häufig zu Appetitlosigkeit und Pitta-Menschen haben schneller Sodbrennen als Menschen mit anderen vorherrschenden Energien.
In der Lehre der Ayurveda geht es nicht darum, die drei Doshas nebeneinander zu neutralisieren. Vielmehr gilt es, das eigene, natürliche Gleichgewicht der drei Energien aufrecht zu erhalten und somit die ureigene Natur auf kreative Weise auszuleben.

Möchtest du herausfinden, welchem Konstitutionstyp du am ehesten entsprichst, kannst du hier einen Dosha-Test machen

Wie funktioniert Ayurveda, wie wird in der Ayurveda gearbeitet?

Nachdem wir jetzt wissen, was hinter Ayurveda steckt, stellt sich die Frage, wie diese theoretischen Grundlagen in der Praxis angewandt und gelebt werden. Im großen und Ganzen gibt es drei wichtige Ansätze, die du im Zusammenhang mit Ayurveda kennen solltest:

1. Meditation und Yoga

Achtsamkeitspraktiken haben viele positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Yoga zum Beispiel steigert nicht nur die Flexibilität, sondern dient effektiv als Stressausgleich und kann bei unterschiedlichsten körperlichen Problemen helfen. Auch regelmäßiges Meditieren fördert unsere Gesundheit nachhaltig. Es verbessert unsere Konzentration, lindert Stressempfinden, stärkt Immunsystem und Herz, bekämpft Schlafprobleme und kann sogar psychischen Erkrankungen entgegenwirken. Wenn du mehr über die Grundlagen von Meditation erfahren möchtest, kannst du dir gerne diesen Blogeintrag ansehen.

2. Therapieansätze

Ayurveda arbeitet unter anderem mit Massagen und Reinigungskuren, um den Körper zu entgiften. Bei Ayurveda-Kuren steht die individuelle Behandlung eines jeden im Vordergrund. Es sollen nicht nur aktuelle Symptome behandelt werden, sondern der Mensch als Ganzheit mit seinen Energien betrachtet und behandelt werden. Die ayurvedische Manualtherapie und Kräuterheilkunde sind Beispiele dafür, dass stets mit naturbezogenen Heilmethoden gearbeitet wird. In Ayurveda-Kuren werden neben den Behandlungen auch Yoga, Entspannungs- und Atemübungen praktiziert. Das ganze wird abgerundet durch ayurvedische Ernährung, die mich zu meinem dritten Punkt führt. 

3. Ayurvedische Ernährung

Die Ernährung nimmt in der ayurvedischen Lehre eine besondere Rolle ein. Hierbei wird vor allem eine richtige Kombination von Lebensmitteln betont. Auch eine Dosha-typische Ernährungsweise ist wichtig für ein ausgeglichenes, zufriedenes Leben. Da die Ernährung ein so wichtiger und gleichzeitig spannender Bestandteil der Heilkunde ist, möchte ich mich in meinem nächsten Blogpost noch genauer damit befassen. Den Link dazu findest du hier.

Wenn du noch mehr über die Themen Achtsamkeit, gesunde Ernährung oder Nachhaltigkeit erfahren möchtest, schaue doch mal hier vorbei.

Ayurveda Gewürze auf einer Arbeitsplatte
Photo by Chinh Le Duc on Unsplash

One Comment on “Ayurveda Basics – Die Grundlagen erklärt”

  1. Hi, ich bin Luise. Neben meinem Psychologiestudium lese und schreibe ich gerne und liebe es, neue Dinge zu lernen. In diesem Blog möchte ich gerne meine Erfahrungen und Gedanken mit dir teilen. Dabei liegen mir die Themen Achtsamkeit, gesunde, bewusste Ernährung und Nachhaltigkeit besonders am Herzen. Lass dich inspirieren!

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