Welche Milchalternative ist die beste?

LuiseErnährung, Lebensmittel, Nachhaltigkeit, Umwelt1 Comment

Pflanzenmilch in einem Glas auf einem Holzbrett

Mandel, Hafer, Soja, Reis, Hanf… Die Liste der verfügbaren Milchalternativen hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Immer mehr Menschen hinterfragen ihren Kuhmilch-Konsum. Gründe dafür sind zum einen zunehmende Laktose-Unverträglichkeiten, und zum anderen vor allem auch das erhöhte Bewusstsein über die Haltung und Behandlung von Milchkühen. Hinzu kommt, dass Milch doch nicht so gesund zu sein scheint, wie viele Jahrzehnte lang angenommen.
Aus diesen Gründen wollen wir heute einen Blick auf verfügbare Pflanzendrinks werfen. Dabei möchte ich die Bestandteile, Öko-Bilanz und natürlich den Geschmack der gängigsten Pflanzendrinks näher beleuchten. Welches ist die beste Milchalternative?

Was sind Pflanzendrinks und wie werden sie hergestellt?

Vielleicht fragst du dich, wieso bei Milchalternativen nie die Rede von “Milch” ist. Zum Beispiel heißt es nicht “Hafermilch”, sondern “Haferdrink”. Das liegt daran, dass man laut Gesetz nur zu dem “Milch” sagen darf, was durch Melken gewonnen wurde. Da das für Getreide- und Nussdrinks natürlich nicht gilt, werden jegliche Alternativen als “Drink” bezeichnet. Eine Ausnahme bildet Kokosmilch – denn die darf ganz offiziell Milch genannt werden, auch wenn sie offensichtlich nicht von der Kokos-Kuh stammt 😉 . Das hat die europäische Kommission beschlossen. 

Die Prozedur zur Herstellung einer Milchalternative ist meist dieselbe: Der Namensgeber, also Korn oder Nuss werden eingeweicht, vermahlen und mit Wasser gemischt. Dann wird die Mischung anschließend meist noch gekocht. Zur geschmacklichen Abrundung werden schließlich in manchen Fällen noch Öl, Salz und/oder Süßungsmittel hinzugegeben. 

Das Ganze ist wirklich nicht kompliziert und kann ziemlich einfach zuhause selbst hergestellt werden! Dazu braucht man lediglich einen guten Mixer und ein sauberes Baumwoll- oder Mulltuch. Eine genaue Anleitung findest du hier!

Die beliebtesten Milchalternativen: Eine Übersicht

01 Sojadrink

Die Sojamilch, oder besser “der Sojadrink” ist zwar die beliebteste Milchalternative, aber auch die Umstrittenste. Beliebt ist sie, weil sie in den Hauptnährstoffen der Kuhmilch am Meisten ähnelt und einige wertvolle Inhaltsstoffe, darunter reichlich Protein, Ballaststoffe, Lecithin sowie die Vitamine B und E besitzt. Sie ist in verschiedensten Varianten (gesüßt, ungesüßt, mit Calcium, mit Vanille- oder Schokogeschmack, usw.) erhältlich. Auch lässt sie sich gut aufschäumen oder in Backwaren verarbeiten. 

In Kritik gerät die Sojamilch vor allem durch die enthaltenen Isoflavone. Das sind pflanzlichen Hormone, die wie körpereigenes Östrogen wirken und in hohen Dosen den Hormonhaushalt durcheinanderbringen sowie die Fruchtbarkeit von Mann und Frau beeinflussen können. Dabei ist anzumerken, dass noch nicht ganz klar ist wie “schlimm” diese Auswirkungen wirklich sind. Sojamilch kann außerdem genetisch modifizierten Soja enthalten. Daher am besten nur Sojamilch mit Bio-Siegel kaufen. 

Ein weiterer strittiger Punkt ist die schlechte Öko-Bilanz der Sojamilch: Für die Sojaproduktion werden besonders in Südamerika riesige Flächen Regenwald abgeholzt. Empfehlenswert ist daher nur Sojamilch aus Europa.

Was den Geschmack der Sojamilch angeht, gibt es erhebliche Meinungsunterschiede. Die einen schätzen den etwas eigenen Geschmack der Sojamilch, und den anderen schmeckt der Drink schlichtweg zu stark nach Bohnen. 

Preislich ist die Sojamilch der Gewinner unseres Vergleiches: Mit 1 Euro pro Liter kommt sie ziemlich gut weg. 

02 Mandeldrink

Ebenfalls sehr beliebt ist die Mandelmilch. Ihr süßlicher Geschmack macht sich super in Backwaren, Süßspeisen, Smoothies und Müsli. Auch Kaffee lässt sich mit Mandelmilch abrunden, neigt jedoch zu einer flockigen Konsistenz.
Dass Nüsse sehr gesund sind, ist bekannt. So enthält auch Mandelmilch gesundes Fett, Magnesium, Calcium, Biotin und Vitamine. Mandelmilch ist außerdem kalorienarmer als herkömmliche Milch. Trotzdem muss man aufpassen; dem Drink wird nämlich häufig Zucker zugesetzt. 

Leider brauchen Mandeln viel Wasser. Außerdem sind die Transportwege lang, da die Anbaugebiete in trockenen Regionen liegen. Der Mandeldrink schneidet daher in puncto Öko-Bilanz nicht so gut ab. Was hilft, ist auch hier auf Bio-Siegel zu achten. 

Als die Mandelmilch in Deutschland “ankam”, war sie in den USA schon längst Trend. Anfangs war sie hierzulande unglaublich teuer. Seit einiger Zeit ist der Preis (auch aufgrund der erhöhten Nachfrage) ein wenig runtergegangen. Trotzdem ist die Mandelmilch im Vergleich zu anderen Pflanzendrinks immer noch ziemlich teuer und kostet im Schnitt 2,50 Euro pro Liter. 

Mandeln in einem Stoffbeutel
Photo by Ignacio F. on Unsplash
03 Haferdrink

Kommen wir nun zu meinem persönlichen Favoriten: Der Hafermilch. Obwohl sie zu den nachhaltigen und regionalen Milchalternativen gehört, ist sie bei uns witzigerweise erst dieses Jahr so richtig populär geworden. 

Während der Fermentation wird Stärke abgebaut, wodurch der Haferdrink eine leichte und natürliche Süße erhält. Daher kommt er meist ohne Zuckerzusatz aus. Besonders beliebt ist Hafermilch in Kaffee, da sie sich gut aufschäumen lässt. Trotzdem schmeckt man definitiv den getreidigen Geschmack des Drinks im Kaffee heraus. Für viele ist Kaffee mit Hafermilch daher gewöhnungsbedürftig. Ist man aber einmal auf den Geschmack gekommen, wollen die Meisten gar nicht mehr wechseln 🙂 . 

Mit Hafermilch kann man super backen; darüber hinaus passt sie gut zu Müsli und Porridge.

Wie andere Getreidedrinks ist die Hafermilch kalorien- und fettärmer als Kuhmilch; enthält im Vergleich zu anderen Pflanzendrinks aber doch noch recht viele Kalorien. Sie enthält außerdem einige wichtige Mineralien und Vitamine und wie die Mandel auch Biotin für Haut und Haar.

Wie bereits kurz angesprochen spricht für die Hafermilch deren gute Ökobilanz. Es gibt viel Hafer aus regionalem Bio-Anbau und der Anbau selbst kommt meist ohne Unkrautbekämpfungsmittel aus. Die regionale Herkunft sollte man vor dem Kauf natürlich am besten nochmal gegenchecken. 

Auch der Preis spricht für den Haferdrink: Mit 1 bis 2 Euro pro Liter gehört er zu den günstigeren Alternativen. 

Hafermilch lässt sich ganz einfach zuhause selbst herstellen. Ein Rezept dazu findest du hier: REZEPT: Hafermilch selber machen

04 Reisdrink

Immer noch reichlich in den Regalen zu finden ist Reismilch, obwohl sie als Milchersatz nicht sonderlich viel hergibt. Für Reismilch spricht, dass sie nicht nur laktose- und milcheiweißfrei ist, sondern auch glutenfrei. Daher eignet sie sich besonders für Allergiker. Auch geschmacklich kann sie mit einem recht neutralen Geschmack punkten.

Leider ist Reismilch reich an Kohlenhydraten und arm an Nährstoffen. Hinzu kommt, dass sie eine wässrige Konsistenz besitzt und daher optisch nicht wirklich ansprechend ist. Auch in Kaffee ist sie nicht unbedingt zu empfehlen. Immerhin eignet sie sich für Süßspeisen jeglicher Art. 

Mit 1 bis 2 Euro pro Liter ist Reismilch recht günstig. Trotzdem kann man für den Preis eine attraktivere Milchalternative bekommen.

05 Hanfdrink

Hanfdrink wird aus Hanfsamen hergestellt und erfreut sich auch bei uns so langsam wachsender Beliebtheit. In Großbritannien ist die Hanfmilch schon lang kein Geheimtipp mehr. Das liegt daran, dass Hanfdrinks glutenfrei sind und wenig gesättigte Fettsäuren enthalten, dafür aber reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren sind und viel pflanzliches Protein enthalten. 

Geschmacklich gibt die Hanfmilch auch einiges her: Sie hat ein nussiges Aroma, schmeckt ansonsten aber fast wie fettarme Kuhmilch. Durch ihre leichte Cremigkeit lässt sie sich vielseitig einsetzen und passt auch zu Kaffee gut. 

Mit 3 bis 5 Euro pro Liter ist der Hanfdrink ziemlich teuer. Auch ist er leider noch nicht überall erhältlich. Einige Reformhäuser und Bio-Läden haben jedoch schon Hanfdrinks im Sortiment. Diese haben meist sogar eine regionale, zumindest europäische Herkunft. 

Unbedingt mal ausprobieren!

Darüber hinaus gibt es noch einige andere Pflanzendrinks, die vielversprechende Alternativen zu Kuhmilch darstellen, so zum Beispiel Lupinen- oder Erbsenmilch. Diese sind im deutsprachigen Raum aber noch eine Seltenheit; und ich wollte an dieser Stelle nur Milchalternativen vorstellen, die ich schon selbst gekostet habe und einschätzen kann 🙂 .

Im Endeffekt ist die “beste” Milchalternative natürlich auch einfach eine Geschmackssache; daher lohnt es sich, sich einfach mal durch zu probieren. Ich perönlich kann sagen, dass ich Milch auf keinster Weise vermisse, noch nicht mal im Kaffee – und das will was heißen! 😉

Welche ist deine liebste Milchalternative?

Wenn du noch mehr über die Themen gesunde Ernährung, Achtsamkeit oder Nachhaltigkeit erfahren möchtest, schaue doch mal hier vorbei.

Gefäße mit Zutaten für ein Porridge mit Milchalternative
Photo by Cleanlight Photo on Unsplash

One Comment on “Welche Milchalternative ist die beste?”

  1. Hi, ich bin Luise. Neben meinem Psychologiestudium lese und schreibe ich gerne und liebe es, neue Dinge zu lernen. In diesem Blog möchte ich gerne meine Erfahrungen und Gedanken mit dir teilen. Dabei liegen mir die Themen Achtsamkeit, gesunde, bewusste Ernährung und Nachhaltigkeit besonders am Herzen. Lass dich inspirieren!

Schreibe einen Kommentar