Die 5 Sprachen der Liebe – Beziehungen stärken & auffrischen

Ab und zu passiert es, dass man in Gesprächen mit Anderen total aneinander vorbei redet. Viel öfter als auf sprachlicher Ebene geschieht das jedoch auf Beziehungsebene. Denn es gibt verschiedene Wege, die eigene Zuneigung zum Anderen auszudrücken. Wie aber schaffen wir es, dass unsere Liebesbekundungen auch wirklich beim Anderen ankommen und dass er oder sie sich geliebt fühlt? Dass der Partner / die Partnerin unsere Signale so wahrnimmt und versteht, wie wir es aussenden wollen, ist nämlich leider nicht immer der Fall. Die fünf Sprachen der Liebe können uns bei genau diesem Problem helfen. 

Die 5 Sprachen der Liebe

Die Informationen, die ich in diesem Beitrag mit dir teile, gehen auf Gary Chapmans Konzept “The Five Love Languages” zurück. Sein gleichnamiges Buch (deutscher Titel: “Die 5 Sprachen der Liebe”, ISBN: 978-3-86122-621-5) erlangte weltweit Bekanntheit und ist mittlerweile zu einer Art Standardwerk in der Paarberatung geworden.

Gut, aber was steht denn jetzt so spannendes in dem Buch?

Chapman ist der Auffassung, dass es verschiedene Wege bzw. Sprachen gibt, Liebe auszudrücken und zu empfangen: Zweisamkeit, Lob und Anerkennung, Geschenke, Hilfsbereitschaft und Zärtlichkeit. So gibt es Menschen, die ihre Zuneigung besonders durch Berührung ausdrücken. Andere mögen es, anerkennende Worte zu erhalten und wieder andere schätzen es besonders wert, wenn der Partner/ die Partnerin Zeit mit ihnen verbringt. Ich werde gleich detaillierter darauf eingehen, was genau diese verschiedenen Sprachen der Liebe ausmacht. 

Bis zu einem bestimmten Grad genießt jede:r von uns all diese verschiedenen Sprachen. Wir alle haben aber dennoch eine vorherrschende Sprache; die ist sozusagen so etwas wie unsere Muttersprache. Wenn sich diese “Muttersprachen” in einer Partnerschaft aber unterscheiden, kann es zu Konflikten und Missverständnissen kommen. Die Art und Weise, auf die eine Person sich geliebt fühlt, ist nämlich nicht immer auch die Art, auf die die andere Person sich geliebt fühlt. Es hilft daher, zu ergründen, welche Sprache man selbst aussendet und welche Sprache der Andere spricht.

Das Konzept bezog sich ursprünglich besonders auf romantische Partnerschaften, es kann aber in leicht abgewandelter Form durchaus auch auf freundschaftliche, berufsbezogene oder familiäre Beziehungen angewandt werden. 

Was genau macht die fünf Sprachen der Liebe aus?

1. Lob und Anerkennung (Words of Affirmation)

Die erste Sprache der Liebe beinhaltet verbale Unterstützung und gesprochene Worte, die von Herzen kommen. Mit ehrlichen Komplimenten, lobenden, anerkennenden Worten und Dank drücken Menschen mit dieser “Muttersprache” dem Anderen ihre Liebe, ehrliche Wertschätzung, Respekt und Dankbarkeit aus. Auch ein wohlwollender Tonfall und eine zärtliche Stimmlage werden eingesetzt, um diese Dinge zu transportieren.

Dabei ist es zweitrangig, ob besondere Leistungen und Erfolge gelobt werden oder kleinste Gesten und Aufmerksamkeiten. Menschen mit dieser primäre Sprache der Liebe fällt es oftmals gar nicht auf, wenn sie ihre Wertschätzung verbal ausdrücken.

2. Zweisamkeit (Quality Time)

Liebe und Wertschätzung wird hier durch bewusst gelebte Zweisamkeit ausgedrückt. Menschen dieser Sprache nehmen sich bewusst Zeit für den Anderen und wollen mit ihm zugewandt und aufmerksam Zeit verbringen. Dazu können ein gemeinsames Abendessen, ein freier Slot im Terminkalender, Gespräche, Morgen- und Abendrituale oder ungestörte Zeit am Wochenende gehören.
Zusammen Fernsehen oder nebeneinander sitzen und arbeiten zählt hier nicht unbedingt. Es geht eher darum, bedeutungsvolle Interaktionen zu teilen oder Konversationen “mit Substanz” zu führen. Der Fokus liegt auf dem bewussten Beisammensein. Zeit ist ein bedeutsames Gut für Personen mit dieser Sprache der Liebe.

3. Geschenke, die von Herzen kommen (Receiving Gifts)

Anders als man denken würde, sind Geschenke kein oberflächlicher Weg, Liebe auszudrücken. Personen, die diese Sprache “sprechen”, möchten durch kleine Geschenke oder Aufmerksamkeiten ausdrücken, dass sie nicht nur an die andere Person gedacht haben, sondern sich auch überlegt haben, was der Person gefallen könnte und sie dies dann besorgt und ihr zukommen lassen haben.
Aspekte wie Kreativität und ausgefallene Ideen, der Überraschungsfaktor und das Sich-Gedanken-Machen spielen hier eine vorrangige Rolle. Bei den Geschenken kann es sich um gekaufte, gefundene oder selbst gemachte Dinge handeln. Der materielle Wert ist dabei unwichtig; die Geschenke sind vielmehr eine visuelle Repräsentation von Liebe und ein Zeichen für Wertschätzung.

4. Hilfsbereitschaft (Acts of Service)

Menschen mit der Liebessprache “Hilfsbereitschaft” möchten ihren Partner / ihre Partnerin gerne unterstützen, indem sie Hilfe anbieten und dem Anderen Aufgaben abnehmen. Das kann alles bedeuten von Bügeln über Kochen bis hin zum Durchschauen von Präsentationsunterlagen für die Arbeit des Partners / der Partnerin. Also auch scheinbar unwichtige Aufgaben und Verpflichtungen im Alltag werden wahrgenommen und erledigt, um dem Anderen zu ermöglichen, Stress abzubauen.

Helfen ist für sie ein Liebesdienst und in einer Partnerschaft selbstverständlich. Durch das Erledigen von Dingen, die den Anderen entlasten, zeigen sie Liebe und Wertschätzung. Ganz getreu dem Motto “Taten sagen mehr als Worte”. 

5. Zärtlichkeit (Physical Touch)

Wir alle wissen, welche Kraft von Berührungen ausgehen kann. Für Menschen mit dieser primären Liebessprache sind zärtliche Berührungen wie Umarmungen und Streicheleinheiten ein Ausdruck von Liebe. Der Austausch von Berührungen sind solchen Personen wichtiger als anerkennende Worte oder kleine Geschenke und bringen ihnen ein gutes Gefühl. Auch kleine Berührungen wie das Händchenhalten beim Spaziergang, das Durchwuscheln der Haare des Partners / der Partnerin oder physische Nähe wie das Nah-Beieinander-Sitzen beim Schauen eines Films ist für diese Menschen wichtig und schön.

zwei Personen liegen zusammen im Bett

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Senden und Empfangen von Liebessprachen

Bestimmt hast du dich an diesem Punkt des Artikels bereits gefragt, was deine primäre Sprache der Liebe ist. Vielleicht hast du auch schon eine ungefähre Vorstellung davon. Wenn du es genauer wissen möchtest, kannst du gerne den folgenden kleinen Test machen, der dir zeigt, welche die bei dir dominierende Liebessprache ist. 

Wenn du herausfinden möchtest, was deine primäre Sprache der Liebe ist: Hier geht’s zum Test.
Der Test ist auf Englisch und dauert ca. 10 Minuten. Du kannst ihn übrigens auch machen, wenn du derzeit nicht in einer Beziehung bist. :)

Wenn du den Test gemacht hast, wirst du sehen, dass bei dir jede der fünf Sprachen vorhanden ist. Mit jeder der Sprachen resonierst du aber unterschiedlich stark. Die Sprache, die bei dir am stärksten “ausgeprägt” ist, ist deine primäre Liebessprache. 

Kommen wir nun zu einem sehr wichtigen Punkt: 

Oftmals geben wir Liebe auf die Art, wie wir sie gerne bekommen würden. 

Was genau bedeutet das?

Nehmen wir an, deine primäre Liebessprache ist Zärtlichkeit. Auf der einen Seite bedeutet das, dass es dir wichtig ist, regelmäßig Berührungen und Zärtlichkeiten mit deinem Partner / deiner Partnerin auszutauschen und diese von ihm / ihr zu erhalten. Bekommst du diese nicht, kann sich schnell ein Gefühl von Unwohlsein einstellen; du hast das Gefühl, dass deine Beziehung nicht ganz erfüllt ist. 

Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass du gerne Berührungen und Zärtlichkeiten gibst – eben um dem besonderen Menschen in deinem Leben zu zeigen, wie wichtig er dir ist. 

Probleme können dann entstehen, wenn die primäre Liebessprache deines Partners / deiner Partnerin nicht dieselbe ist wie deine. Zum Beispiel kann es sein, dass es deinem Gegenüber wichtiger ist, regelmäßig zu hören zu bekommen, wie viel er / sie dir bedeutet, als Umarmungen, Küsse oder Massagen auszutauschen. Gleichzeitig kann bei dir das Gefühl entstehen, dass etwas fehlt, wenn dein Partner / deine Partnerin dir zwar sagt, dass sie / er dich liebt, es aber nicht durch physische Berührungen zeigt. 

Es kann also wirklich helfen, zu wissen, was die primäre Liebessprache des jeweils Anderen ist. Findet man das (gemeinsam) heraus, kann man offen und ehrlich darüber sprechen. Indem man sich bemüht, die Sprache des Anderen zu “sprechen”, kann man sich entgegenkommen. So werden die Bedürfnisse beider Parteien befriedigt.

Einen Schritt weiter gehen

Man kann natürlich nicht von jedem Menschen im engeren Umfeld erwarten, dass er oder sie den Test macht oder die Ergebnisse an einen weiter leitet. Eine andere Möglichkeit, trotzdem auf die Liebessprachen einzugehen ist, zu beobachten, welche Sprache der Liebe die andere Person (z.B. die Mutter, der beste Freund oder die Arbeitskollegin) aussendet. Anschließend kann man darauf reagieren, indem man eben diese Sprache auch zurückgibt. 

Genau das habe ich bei meinen Eltern und bei meinen engsten Freundinnen gemacht. Ich durfte schnell feststellen, wie die Beziehungen zu diesen Personen enger, liebevoller und erfüllter wurden. 

Natürlich ist das Konzept der fünf Sprachen der Liebe nicht der Schlüssel zur Lösung aller (Beziehungs-)Probleme. Und es gibt auch noch viel mehr dazu zu sagen, als ich es hier in diesem Beitrag machen konnte.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich aber sagen, dass es sich definitiv lohnt, sich mit dem Buch näher zu beschäftigen. 

Unsere Beziehungen können eigentlich nur davon profitieren. :)

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Photo by Esther Ann on Unsplash

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