Die Zeit ist NICHT das Wertvollste, was der Mensch besitzt – Wieso es Zeit ist, den Fokus weg von der Zeit zu lenken.

“Zeit, was ist das eigentlich?” Diese Frage stelle ich mir neuerdings immer wieder. Zeit ist überall, die Zeit bestimmt unser Leben, sie ist eine Größe, nach der sich bei näherer Betrachtung nahezu alles richtet. Zeit scheint in vielen Dimensionen zu existieren, und doch messen wir sie seit Tausenden von Jahren immer gleich: In Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen, Jahren. 

Momente, in denen ich mir über das Konstrukt der Zeit bewusst werde

  1. Letztes Jahr kam alles anders, als gedacht. Immer und immer wieder. Und wenn man dann gerade denkt, dass sich jetzt langsam alles wieder einpendelt, kommt die nächste Komplikation, das nächste Ereignis, die nächste Katastrophe.
    Haben wir 2019 nicht alle noch gedacht: “2020 ist so eine schöne Jahreszahl, das wird ein ganz besonders tolles Jahr.” Oh mann, wie haben wir uns getäuscht. Als wolle das Universum uns gerade wegen dieser Euphorie eins auswischen. Naja, vielleicht haben wir es nicht anders verdient, wer weiß das schon.
  2. Zwischendurch hält man inne und bemerkt plötzlich, wie sehr die Zeit mal wieder verflogen ist. Die letzten zwei Jahre vergingen wie im Flug; was ist eigentlich nochmal alles passiert? Gleichzeitig denkt man sich: Es ist soo viel passiert in den letzten zwei Jahren, ich bin gewachsen, die Welt hat sich verändert, Menschen sind gekommen und gegangen, Dinge sind passiert.
    Wie kann es sein, dass diese beiden Empfindungen so gegensätzlich sind, und doch so nah beieinander liegen? Verrückt.
  3. Schon wieder Herbst? Aber der Sommer hat doch gerade erst begonnen!
  4. Ein neues Gesicht hat die Welt erblickt, im gleichen Moment musste eine Seele diese Welt verlassen. 
  5. Wenn bei uns mittags ist, ist in Japan bereits abends. Auf dem Papier sieht es so aus, als leben die Menschen dort in der Zukunft. Und doch erleben wir alle gerade den gleichen Moment.
  6. Die Zeit scheint so schnell zu vergehen, wenn man mit den richtigen Menschen zusammen ist. Sie scheint endlos, wenn man sich langweilt oder etwas tut, was man nicht mag. Und doch hat eine Stunde immer 60 Minuten.
  7. “Aber wieso genau 60 Minuten?”, frage ich mich dann und drifte ab in Artikel, Bücher oder Videos über die Zeit als eine physikalische Größe.

In Gedanken ist man fast immer in der Vergangenheit, oder in der Zukunft. Aber die Vergangenheit ist schon vorbei, und die Zukunft existiert noch nicht. Was bleibt uns also?

Hierzu ein Zitat von Eckhart Tolle: 

“Zeit ist überhaupt nicht kostbar, denn sie ist eine Illusion. Was dir so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. Je mehr du dich auf die Zeit konzentrierst, auf Vergangenheit und Zukunft, desto mehr verpasst du das Jetzt, das Kostbarste, was es gibt.”

Ich finde, das bringt es ganz gut auf den Punkt: Was uns bleibt, ist der jetzige Moment. In den letzten Jahren, in denen ich mich viel mit Achtsamkeit und Spiritualität auseinandergesetzt habe, begegnete mir diese “Weisheit” immer wieder: Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment, denn das ist alles, was wir haben. In den Momenten, in denen wir uns wirklich lebendig fühlen, sind wir vollkommen im Hier und Jetzt.

Und das stimmt wirklich, denk dazu einfach mal an die wertvollsten, lebendigsten Momente, die du erlebt hast: Wieso waren es genau die Momente, die dich glücklich gemacht haben? Lag es nicht vielleicht daran, dass du in der Gegenwart warst, losgelassen und genossen hast?

Wie schaffe ich es, wirklich in der Gegenwart anwesend zu sein?

Meiner Erfahrung nach ist das (leider) reine Übungssache. Es ist verrückt, wie sehr wir verlernt haben, im Hier und Jetzt zu leben. Dazu muss man sich nur mal Kleinkinder anschauen. Die spielen, toben, leiden oder lachen immer im Moment und scheinen immer vollkommen fokussiert auf das, was gerade vor ihren Augen passiert.

Natürlich ist das Leben eine Herausforderung. Dinge müssen geplant werden, das eigene Verhalten muss zu einem gewissen Maße reflektiert und für die Zukunft angepasst werden. Besonders in einer so vernetzten, komplexen Welt, in der wir heutzutage leben, ist es sehr schwierig, im gegenwärtigen Moment zu bleiben. 

Aber auch hier heißt es: Übung macht den Meister. Versuche dich einfach zwischendurch mal zu stoppen. Innezuhalten. Oder ganz bewusst wahrzunehmen, was du gerade tust. Die einzelnen Sinneseindrücke einmal bewusst aufzuzählen. Zum Beispiel nehme ich gerade auditiv und taktil das Klicken auf der Tastatur wahr, ich sehe den Bildschirm vor mir, ich spüre, wo mein Körper den Stuhl berührt, auf dem ich sitze. 

Wenn du dir das angewöhnst, schaffst du es nach kurzer Zeit, immer häufiger im Hier und Jetzt zu bleiben.

Eine andere Möglichkeit, dir dies anzueignen, ist Meditation. Im Endeffekt ist dies nämlich auch die Essenz des Meditierens: Den Fokus weg von den Gedanken immer wieder auf das Hier und Jetzt zu lenken.

Also weg von Verpflichtungen und Erledigungen. Von Sorgen über das, was kommen wird. Von Gedanken darüber, was war. Hin zu mehr Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit für das, was gerade, in dem Moment ist. 

Weg vom Tun, hin zum Sein. Weg von der Zeit, hin zum Jetzt. 🧡

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zwei Personen strecken ihre Arme in die Luft

Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

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