How to end the year peacefully

Der Jahreswechsel steht bevor. In mir entwickelt sich nach den Weihnachtsfeiertagen immer ein etwas mulmiges Gefühl. Ein bisschen Melancholie, weil wieder ein Jahr rum ist, gepaart mit Vorfreude auf alles, was nächstes Jahr kommen wird. Und dann denke ich mir: “Ach, der Jahreswechsel ist im Endeffekt auch nur ein ganz normaler Tag. Wieso so einen Aufstand machen?” Und trotzdem ist in mir der Wunsch, frisch und motiviert ins neue Jahr zu starten. Denn der Anfang jeden Jahres ist wie ein kleiner Neuanfang. Neue Erlebnisse, neue Möglichkeiten. Die Chance, alles endlich dieses Jahr besser zu machen – das nehmen wir uns zumindest immer vor… Viel wichtiger, als mit Vorsätzen ins neue Jahr zu starten ist jedoch, wie ich finde, die Tage zwischen den Jahren zu nutzen, um das Jahr zu reflektieren. Genau darum geht es heute: Wie du das Jahr friedlich abschließen und mit frischer Energie ins neue Jahr starten kannst.

Das Jahr reflektieren – in 3 Schritten

Wichtig für deine Jahresreflektion ist es, dir Zeit zu nehmen. Am besten räumst du dir einen halben oder, wenn möglich, sogar einen ganzen Tag dafür ein. Ist deine Zeit begrenzter, reichen natürlich auch ein paar Stunden. Wichtig hierfür ist mir deine Motivation: Die Jahresreflektion soll dir nicht wie ein weiterer Punkt auf deiner To-Do-Liste vorkommen, den du jetzt noch schnell abhaken kannst. Du sollst dich ihr widmen wollen, um dir selbst etwas Gutes zu tun. Denn das ist doch mit Sicherheit die beste Motivation.  

Die folgenden Punkte sollen dir darüber hinaus lediglich als Inspiration dienen. Du musst pro Schritt nicht jede Frage beantworten. Du musst eigentlich gar nichts. Wie immer gilt hier, dir das herauszunehmen, was sich für dich stimmig anfühlt. Es gibt nicht die eine richtige Möglichkeit um das Jahr zu reflektieren… So, Disclaimer zu Ende. Lass und starten!

Schritt 1 – Was ist dieses Jahr passiert?

1.1

Hier geht es darum, einmal alles zu sammeln, was dieses Jahr so passiert ist. Nimm dir ein Blatt Papier und teile es in drei Spalten auf. In der ersten Spalte sammelst du stichpunktartig jeglichen Input von außen. Dazu gehören Events und Veranstaltungen, Seminare, Konzerte, Fortbildungen, usw. Auch Hobbies, die du (wieder)aufgenommen oder Kurse, an denen du teilgenommen hast, gehören in diese Spalte. Nimm dir ruhig deinen Taschen- oder Handykalender zur Hand. Du kannst auch deine sozialen Medien oder deine Fotosammlung durchsehen; denn häufig halten wir für uns bedeutende Momente als Foto oder Post fest.
Es bietet sich natürlich an, die Liste chronologisch zu führen. Einfacher kann es aber sein, die Ereignisse so zu erfassen, wie sie dir einfallen, und das Datum bzw. den Monat neben das Ereignis zu notieren.

1.2

In der zweiten Spalte notierst du, inwiefern sich der Kreis an Menschen, mit denen du zu tun hast, verändert hat. Welche neuen Menschen hast du kennengelernt? Welche Menschen haben dein Leben verlassen? Als kleinen Stichpunkt kannst du neben dem Namen die Beziehung notieren, in der du jeweils zu den Menschen stehst. Auch der Grund für das Kennenlernen oder den “Abschied” kannst du hinzufügen, z.B. “Susanne (Name) – Kochkurs (Grund des Kennenlernens) – neue Freundin (Beziehung zu dieser Person)”. Hierbei ist natürlich egal, ob in dieser Spalte am Ende zwei oder vierzig Namen stehen! 

1.3

Die dritte Spalte ist für alles, was sonst so passiert ist. Welche Reisen oder Urlaube hast du gemacht? Hast du ein Studium oder eine Ausbildung abgeschlossen oder angefangen? Hast du den Job gewechselt? Ist ein neuer fester Partner / eine neue feste Partnerin in dein Leben getreten? Oder ist deine Beziehung in die Brüche gegangen? Auch hier genügt es, Stichpunkte zu notieren.

Schreib alles auf, was dir einfällt. Diese Tabelle soll dir erst einmal einen Überblick geben über alles, was sich dieses Jahr in deinem Leben ereignet hat.

Schritt 2 – Was hat mir Schmerz bereitet?

Vielleicht findest du auf deiner zuvor angefertigten Liste bereits Punkte, die mit negativen Emotionen verbunden sind: Trennungen, eine Kündigung, der Verlust eines geliebten Menschen, Streits oder sonstige Konflikte. Was ist dieses Jahr passiert, das dich traurig gemacht hat? Woran hast du zu knabbern gehabt? Was hast du deiner Meinung nach falsch gemacht? Was hat dich verletzt? Welche negativen Dinge sind dir dieses Jahr passiert? Welche Abschiede gab es?
Schreibe auch diese Dinge auf ein Blatt Papier oder in ein Notizbuch. Es liegt eine große Kraft darin, jegliche Dinge, die uns beschäftigen, niederzuschreiben. Das gilt auch, wenn man das Jahr reflektieren möchte. Gedanken, die in deinem Kopf herumschwirren, können ausformuliert werden. Du siehst all das, was vorher nur in deinem Kopf war, auf einem Blick vor dir. So kann Ordnung in deine Gedanken gebracht werden. Außerdem bist du fokussierter und konzentrierter, wenn du Dinge aufschreibst.

Lass deine Emotionen zu

Dieser zweite Schritt fühlt sich wahrscheinlich nicht ganz so angenehm an. Jegliche Emotionen können hervorkommen, und das ist völlig in Ordnung! Schließlich ist das Leben ein Auf und Ab, und jedes Jahr passieren schöne und weniger schöne Dinge. Es ist wichtig, sich auch mit den negativen Dingen zu beschäftigen, auch wenn das schmerzhaft sein kann. Nur, wenn wir anerkennen, was dieses Jahr schiefgelaufen ist, können wir uns emotional von diesen Ereignissen distanzieren und mit ihnen abschließen. Um die Dinge, die du niedergeschrieben hast, zu reflektieren und anerkennen zu können, stelle dir folgende Fragen: 

  • Was kann ich daraus lernen? 
  • Welche Anteile hatte ich daran? 
  • Wie/Warum ist es dazu gekommen? 
  • Welche Chancen habe ich verpasst, und: Wieso sind sind diese Chancen für mich “verpasste” Chancen?
  • Was kann ich aus aus dem Ereignis lernen, damit eine solche Situation nicht mehr entsteht?
  • Welche Gefühle sind mit diesen Ereignissen verbunden?

Besonders die beiden Fragen “Was kann ich daraus lernen?” und “Welche Gefühle sind mit diesen Ereignissen verbunden?” sind dabei sehr kraftvoll und wichtig. Nimm dir für diesen Schritt so viel Zeit, wie du brauchst. 

Frau steht am Fenster und blickt in eine Schneelandschaft um das Jahr zu reflektieren
Photo by Kate Williams on Unsplash

Schritt 3 – Was hat mir Freude bereitet?

Wenn wir uns dem Negativen widmen, dann natürlich auch dem Positiven. Frage dich hier: Was hat mir Freude bereitet? Was hat mich dieses Jahr glücklich gemacht? Welche Chancen habe ich erkannt und ergriffen? Welche Menschen sind neu in mein Leben gekommen und haben mein Leben bereichert? Für welche Ereignisse bin ich dankbar? Welche Gefühle kommen in mir hoch, wenn ich an diese Dinge denke?

Auch hier kannst du gerne auf deine Liste aus Schritt 1 zurückgreifen. Schreibe wie in den vorangegangen Schritten alles auf, was dir in den Kopf kommt. Es ist dabei übrigens nicht wichtig, genauso viele oder mehr positive Ereignisse gesammelt zu haben, wie Negative. Erkenne das Jahr für das an, was es war. 

Nachdem du gesammelt hast, was dich dieses Jahr glücklich gemacht hat, stelle dir eine weitere Frage: Was kann ich im neuen Jahr tun, um mehr solcher Ereignisse in mein Leben zu lassen? Dieser Punkt ist wichtig, denn er erlaubt dir, einen Schritt weiter zu denken. Egal wie klein oder groß die Handlungen oder Maßnahmen sind, die dir mehr solcher freudigen Momente bescheren würden – schreibe sie auf. Sie öffnen deinen Blick für neue Möglichkeiten und helfen dir dabei, zu erkennen, welche Momente dich glücklich machen. 

Verbinde dich zum Schluss nochmal bewusst mit der Dankbarkeit in dir. Sei dankbar für alles, was war. Für alles, was ist und für alles, was noch kommen wird. Das Leben hat dir ein weiteres Jahr geschenkt und du hast viel lernen dürfen; sowohl durch schmerzhafte, als auch durch freudige Erfahrungen…

Das Jahr reflektieren – Noch mehr Inspiration gefällig?

Wenn du noch nicht genug hast oder die Reflektion im nächsten Jahr zu einer Regelmäßigkeit machen möchtest, habe ich hier ein paar weitere Ideen für dich: 

  • Das Glücksmomenteglas:
    Nimm dir ein altes Marmeladenglas und sammle darin das gesamte nächste Jahr über Glücksmomente. Wann immer dir etwas schönes passiert ist oder du etwas getan oder erschaffen hast, auf das du stolz bist, schreibe es auf einen Zettel und werfe ihn in das Glas. Am Ende nächsten Jahres hast du dann die Möglichkeit, all diese Momente nochmal hervorzurufen und dich darüber zu freuen. 
  • Der Monatsrückblick:
    Den Jahresrück, wie er hier beschrieben ist, kannst du auch als Monatsrückblick umfunktionieren. Nimm dir dafür im nächsten Jahr Ende jeden Monats eine Stunde Zeit, um die oben gesammelten Fragen zu beantworten und nieder zu schreiben. So wird dein Bewusstsein für dein eigenes Leben gestärkt. Diese Rückschau kann dir außerdem dabei helfen, deinen Alltag zu optimieren und mehr Glücksmomente in dein Leben einzuladen.
  • Das Visionsboard:
    Diese Übung dient zwar nicht direkt dazu, das Jahr zu reflektieren. Dafür kannst du hier deiner Kreativität freien Lauf lassen. Sie macht total viel Spaß und lässt dich motiviert und voller Elan ins neue Jahr starten. Nimm dir eine große Pappe, eine Pinnwand oder eine ähnliche Unterlage zur Hand und hefte Bilder an, die deine Träume und Wünsche veranschaulichen. Du kannst Bildchen aus Zeitschriften ausschneiden oder Fotos aus dem Internet ausdrucken. Dein Visionboard kannst du dann an einem Ort aufstellen, an dem du es jeden Tag siehst. Es führt dir immer wieder deine Wünsche und Ziele vor Augen und steigert deine Motivation. 

Welche Ideen hast du, um das Jahr zu reflektieren? Freust du dich auf nächstes Jahr?

Wenn du noch mehr über die Themen Achtsamkeit, gesunde Ernährung oder Nachhaltigkeit erfahren möchtest, schaue doch mal hier vorbei.

lächelnder Stoffengel hängt an einem Weihnachtsbaum
Photo by Andy Cat on Unsplash

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