Kindern in bewegten Zeiten Sicherheit geben

Sicherheit - ein unerlässliches Grundgefühl für jeden von uns, wenn es darum geht, eine gesunde Entwicklung und verlässliche Bindungen aufzubauen. Sicherheit ist im Kern alles, worum sich unser ganzes Leben dreht. Welche Wünsche, Ziele und Bedürfnisse auch immer wir uns vornehmen und bis in ihren Ursprung untersuchen, heimlicher Antrieb ist der Wunsch nach Sicherheit. 

Doch wir alle wissen – es gibt Zeiten, in denen diese Grundfesten erschüttert werden, wie sehr wir uns auch vielleicht bemühen mögen, dies zu vermeiden. Die beste Alarmanlage kann einen Einbruch nicht zu hundert Prozent verhindern, die teuerste Lebensversicherung ein Leben nicht retten. 

Eine zerbrechende Beziehung innerhalb der Familie, Krankheit, Geldnot oder andere herausfordernde Umstände können an uns und unserem Familienleben bisweilen rütteln. Es geschieht unweigerlich von Zeit zu Zeit, nicht alles ist kontrollierbar – nun gilt es, alle Ressourcen anzuzapfen, um gemeinsam gut durch die Krise zu kommen. Im Fokus dabei – unsere Kinder, die wir tragen und um deren Wohlbefinden sich meist all unsere Sorgen drehen.

Käme es hart auf hart, würden wir all unser Wohl für das Ihrige geben. Nun kommt es darauf an, dass dies bei den Kindern ankommt, dass unsere Liebe sie faktisch trägt und hält. 

Nun, was können wir als Eltern tun, um unseren Kindern in jeder Krise das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln? Hier erhaltet ihr den kleinen Sicherheits- Guide, ermittelt und praktisch erprobt. 

Der Sicherheitsguide

  1. Achte auf die Zeichen der Kinder:
    Kinder wissen unbewusst ganz genau, was sie brauchen. Sicherlich drücken sie dies anders aus, als wir Erwachsene dies verbal tun würden. Unsere Aufgabe ist es, die Verhaltenssymptome zu deuten. Haben sie ein erhöhtes Kuschelbedürfnis? Sind sie oft schlecht gelaunt, möchten ständig etwas essen, haben eine geringe Frustrationstoleranz oder streiten sich viel? In einer Krise ist solches Verhalten, sollte es außer der Reihe sein, immer ein Hinweis auf ein tiefer liegendes Bedürfnis – selten geht es wirklich darum, wer nun mit der Puppe spielen darf oder dass das Kind wirklich hungrig ist. Beobachte das Kind, versetze dich in es hinein und horche auf deine Intuition, welches Bedürfnis sich hinter dem Verhalten verbirgt.
  2. Reden, reden, reden:
    Entgegen der Meinung vieler Menschen, die vermuten, dass alles von den Kindern weg gehalten werden muss, ist es oft sehr wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern ins Gespräch gehen – selbstverständlich kind- und altersgerecht. Welche Herausforderung auch immer vorliegt, wir Menschen sind alle fühlende Wesen und spüren untrüglich, wenn etwas nicht stimmt. Liegt die Situation für das Kind vollkommen im Dunkel, kann das sehr verwirrend wirken. Es spürt nur: Etwas stimmt nicht. Doch niemand sagt mir, was los ist. Dies wirkt verunsichernd.
    Ein wichtiger Hinweis hier: Wenn wir mit unseren Kindern sprechen, sollten wir aus einer Position der Hoffnung und Sicherheit kommen. Wir machen für die Kinder greifbar, was los ist, lassen sie jedoch nicht die Emotionen tragen, die wir selbst durch gehen. Unsere Aufgabe ist es, einen sicheren Hafen zu bieten. 
  3. Trotzdem schöne Dinge erleben!
    Die Situation mag eventuell so fordernd sein, dass wir kaum Kraft haben – doch es lohnt sich. Selbst der kleinste Mini- Moment an Normalität und Geborgenheit kann enorm helfen und tragen – nicht nur die Kinder, sondern auch uns selbst. Trinkt gemeinsam einen heißen Kakao. Kuschelt euch ins Bett und lest ein Buch. Schaut gemeinsam aus dem Fenster. Macht einen kleinen Spaziergang und bleibt bewusst bei allem stehen, was das Kind interessiert. Nur wenige aufmerksame Minuten am Tag können schon hilfreich sein. 
  4. Schau dem Kind immer wieder in die Augen:
    Direkter Kontakt ist ein Labsal für die Seele. Viele Erwachsene tendieren dazu, bei Problemen in sich zu versinken oder aber alles ungefiltert ins Außen zu geben – doch es gibt die Möglichkeit, achtsam in Verbindung mit unseren Familienmitgliedern und vor allem den Kindern zu bleiben. Schaust du das Kind immer wieder direkt an und lächelst ihm zu, spürt es : Mama/Papa ist noch da. Er/sie ist anwesend. Präsent. Ich bin nicht allein. Schwierigkeiten im Leben gehören dazu und das Kind erfährt nun eine solche Situation – doch mit dem Gefühl, dass es nicht allein gelassen wird. 
  5. Zu guter letzt: Hoffnung!
    Eine Krise geht mit der richtigen Haltung immer wieder zu Ende: Wichtig ist, dass alle, sowohl die Erwachsenen, als auch die Kinder, spüren und glauben können: Diese Situation ist nur temporär. Es wird nicht so bleiben, wie es jetzt ist und es hört wieder auf. Es wird wieder besser, versprochen. Wenn Eltern echte Hoffnung verspüren und diese in der Atmosphäre verbreiten, haben auch die Kinder diese positive Einstellung. Dieser Prozess verläuft je nach Alter unbewusst, doch ist unerlässlich für das Gefühl der Sicherheit und nebenbei auch ein hilfreiches Tool für das spätere Erwachsenenleben. 

Wenn du noch mehr über die Themen Familie, Schwangerschaft, Achtsamkeit, Ernährung oder Nachhaltigkeit erfahren möchtest, schaue doch mal hier vorbei.

AUTORIN: SARAH ACKER

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