Wie du mithilfe von Minimalismus Geld sparen kannst

Minimalismus = weniger Besitz = weniger Ausgaben? Ja und nein. Ganz so einfach ist die Gleichung dann in den meisten Fällen doch nicht. Wer Geld sparen möchte, kann auf vielen verschiedenen Ebenen ansetzen. Grundsätze eines minimalistischen Lebensstils vereinfachen die Sache.

Geld ist ja bekanntlich so eine Sache. Jeder geht anders mit dem Thema um und hat eine individuelle Ausgangslage. Deswegen treffen vielleicht nicht alle Punkte auf dich zu oder lassen sich für dich konkret umsetzen. Nimm aus diesem Beitrag also einfach das mit, was für dich passt. Ich hoffe, dass dir einige dieser Tipps helfen werden. ☺️

1. Gehe nicht shoppen, wenn du gestresst oder emotional aufgewühlt bist.

Shoppen kann eine willkommene Ablenkung sein – insbesondere, wenn man sich nicht besonders gut fühlt. Und für einen kurzen Moment denkt man, dass es hilft. Aber genau hier liegt auch das Problem: In der Kurzlebigkeit dieser “Therapie”. Denn Dinge zu kaufen, um sich besser zu fühlen, ist letzten Endes nicht effektiv. Es ist eine kurzfristige Lösung um die Gefühle zu betäuben, die man nicht fühlen möchte. Nach ein paar Stunden oder spätestens ein bis zwei Tagen ist man wieder am Anfang angekommen und fühlt sich wie zuvor.

Besonders, wenn man ohnehin schon zu Impulskäufen neigt, kann das ganz schön teuer werden… 

Man sollte also andere Wege finden, um mit negativen Emotionen wie Traurigkeit, Angst oder Wut umzugehen. Eine direkte Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen ist in den meisten Fällen das Produktivste, was man tun kann. Trotzdem ist man nicht immer in der Stimmung dazu, sich hinzusetzen und darüber zu meditieren, zu journaln oder sich jemandem anvertrauen. In solchen Situationen kann eine Beschäftigungstherapie helfen. Aber statt shoppen zu gehen, mache vielleicht einen Spaziergang, triff dich mit Freund:innen oder schau einen Film, der dich aufmuntert. Mache ein Workout, nimm ein Bad oder hör ein Hörbuch. Überlege dir Dinge, die du tun kannst, die kein oder nur wenig Geld kosten und die im Endeffekt wirklich deiner Seele gut tun.

2. Gehe nicht einfach aus Langeweile shoppen.

Ein ähnlicher, aber ebenso wichtiger Punkt – und hier bekenne ich mich auch schuldig: Wie oft bin ich in die Stadt gegangen, weil ich das Gefühl hatte, nichts besseres zu tun zu haben. “Ich schaue nur mal, was so los ist; was es Neues gibt...” Und am Ende kam ich dann mit vollen Tüten nach Hause. Auch mit meinen Freund:innen habe ich mich, insbesondere als ich noch jünger war, meist in der Stadt verabredet, weil es “sonst nichts zu tun gab”. Natürlich hat man als Jugendliche:r noch nicht so den Weitblick, weshalb das Ganze meines Erachtens nach weniger verwerflich ist als für Erwachsene. Aber trotzdem: Gerade, wenn man in einem Einkaufszentrum ist, kommt man nur schwer drum herum, Geld auszugeben. Auch Online-Shopping kann schnell ausarten, wenn man sich aus Langeweile von der Couch aus durch das Internet klickt.

Aber was tun, wenn einem langweilig ist? Anstatt am Ende wieder “nur” vor Netflix oder den sozialen Medien zu versacken, kann man eine ganze Menge mehr Dinge unternehmen, als nur shoppen zu gehen. Wenn du dich gerne zuhause mit etwas beschäftigen möchtest, könntest du ein Buch lesen, einen kostenlosen Online-Kurs anfangen, Tagebuch schreiben, kreativ werden (malen, singen, musizieren), oder dich mit für dich inspirierenden Themen auseinandersetzen. Möchtest du gerne ausgehen, dann lohnt es sich, vorher nach kostenlosen Aktivitäten in deiner Stadt zu googlen. Es gibt immer etwas zu tun, wobei man kein Geld ausgeben muss!

Person schaut durch einen Kleiderständer

Photo by Becca McHaffie on Unsplash

3. Schlafe eine Nacht drüber, insbesondere wenn das gewünschte Teil mehr als 100 Euro kostet.

Die “100 Euro” sind bei diesem Tipp nur ein Richtwert. Du kannst den Wert natürlich beliebig an deine Bedürfnisse bzw. Gewohnheiten anpassen. Aber diese mentale Grenze zu setzen, hat schon mehrmals meinen Geldbeutel geschont. Sich Zeit zu nehmen, um über den potentiellen Kauf nachzudenken, tut gut. Denn man fühlt sich nicht unter Druck gesetzt und kann rationaler überlegen, wieso man etwas kaufen möchte und ob man es überhaupt braucht. 

Schon als ich noch klein war und ich mein gesamtes Taschengeld für ein Spielzeug ausgeben wollte (meine gesparten 20 Euro haben sich angefühlt wie 2000 Euro), hat meine Mutter mir geraten, doch eine Nacht drüber zu schlafen. Bestimmt kennst du das auch: Man wacht dann am nächsten Morgen auf und weiß plötzlich, was Sache ist. Ob das Teil es einem wirklich Wert ist oder ob man es eher aus Impuls gekauft hätte. Manchmal passiert es sogar, dass ich den gewünschten Artikel nach ein bis zwei Tagen komplett vergessen habe… So wichtig kann es dann also doch nicht gewesen sein.

Also lass dir demnächst ruhig Zeit bei Käufen, die etwas mehr Geld verlangen und schlaf eine Nacht drüber. 

4. Mache dir Aspekte von Minimalismus zu Nutze.

Beim Minimalismus geht es nicht notwendigerweise darum, möglichst wenig zu besitzen oder nichts Neues mehr zu kaufen. Ebenso gibt es nicht nur “minimalistisch” und “nicht minimalistisch”. Viel eher ist Minimalismus ein Spektrum. So kann es beispielsweise sein, dass du in manchen Bereichen deines Lebens minimalistisch lebst und dich in anderen Bereichen noch gar nicht damit auseinandergesetzt hast. Das ist völlig ok. Schließlich sind wir alle auf unserer ganz eigenen Reise. 

Ein wichtiger Grundsatz beim minimalistischen Lebensstil ist es, sich zu fragen, ob man etwas wirklich braucht. Und das ist etwas, was wir immer wieder bei Kaufentscheidungen heranziehen können. Aus dem Grund ist dieser hier auch mitunter mein Lieblingstipp. 

Denn wenn es darum geht, Geld zu sparen, kommt es eben auch darauf an, sich selbst zu hinterfragen. Über Kaufentscheidungen zu reflektieren und das eigene Konsumverhalten zu analysieren. Das kann uns dabei helfen, mit mehr Intention und “Plan” einzukaufen. Bewusste Entscheidungen zu treffen. Sich intensiver mit dem auseinander zu setzen, was man da eigentlich kauft. Die Dinge nicht nur als Gegenstände zu betrachten, sondern sie in Bezug auf ihre Funktionalität und ihren Sinn zu betrachten. 

Wenn du also das nächste Mal vor einer Kaufentscheidung stehst, frage dich: Brauche ich das, oder will ich das gerade einfach haben? Welchen Mehrwert kann mir dieser Gegenstand / dieses Kleidungsstück / dieses Produkt bescheren? Werde ich das Produkt mehrmals benutzen oder es nach einem Mal der Benutzung im Schrank verstauben lassen? 

Wenn du dich intensiver mit den verschiedenen Aspekten von Minimalismus auseinandersetzen möchtest, dann kann ich dir folgende Blogeinträge ans Herz legen: 

5. Gehe mit Intention und Liste einkaufen.

Dieser Punkt ergibt sich aus dem vorherigen. Wenn ich mir vorher Gedanken darüber mache, was ich wann und wo kaufen möchte, dann kann ich viel eher Geld sparen, als wenn ich einfach losgehe und vor Ort schaue. Natürlich kann man nicht immer alle Einkäufe ganz präzise planen. Dennoch kann es vor allem für unseren Geldbeutel einen großen Unterschied machen, wie vorbereitet wir sind. 

Du kennst das bestimmt auch: Ohne Plan und ohne Liste im Supermarkt. Am Ende landen allerlei Lebensmittel und Produkte im Einkaufswagen, die man doch eigentlich gar nicht kaufen wollte. Auch für Impulskäufe ist man ohne Liste viel anfälliger. Frisch gekauftes Gemüse wird schlecht, weil man sich nicht überlegt hat, wie man es wann verarbeiten und verzehren kann. Damit gehen nicht nur Münzen drauf, sondern auch wertvolle Ressourcen. 

Es lohnt sich also, vor einem Einkauf zu überlegen, was man bereits besitzt oder noch genügend zuhause hat und ein paar Minuten zu investieren, um eine Einkaufsliste zu schreiben. 

Zwei weitere praktische Vorkehrungen, die du treffen kannst:

  • Mache es dir zur Gewohnheit, unterwegs bar zu bezahlen, anstatt mit Karte. Auch wenn kontaktloses Zahlen und Zahlen mit Karte im Allgemeinen immer populärer und unkomplizierter werden, ist es nicht für jeden das Richtige. Wenn du zu Impulskäufen neigst, dann solltest du ausprobieren, unterwegs bar zu bezahlen. Vielen Menschen hilft das, einen Überblick über die eigenen Ausgaben zu behalten und insgesamt weniger Geld auszugeben. Auch ein Büchlein oder eine Liste, wo du festhalten kannst, was du ausgegeben hast, kann dir auf lange Sicht deine Gewohnheiten aufzeigen und dir beim Geldsparen helfen.
  • Gehe niemals hungrig Lebensmittel einkaufen. Noch eine Sache, die wir alle kennen, oder? Da ist auch gar nicht mehr viel hinzuzufügen... 😉

Wenn du noch mehr über die Themen Nachhaltigkeit, Achtsamkeit oder gesunde Ernährung erfahren möchtest, schaue doch mal hier vorbei.

 

Person hält Euroscheine in den Händen

Photo by Christian Dubovan on Unsplash

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