Windeln, Kinderzimmermöbel, Tragetuch, Kinderwagen – Was braucht mein Kind wirklich?

Wenn ein Kind geboren wird, macht eine Familie allerlei neue Anschaffungen. Plötzlich wird die Wohnung bestückt mit Dingen, die vorher vollkommen irrelevant waren. Gerade beim ersten Kind stellen sich viele Eltern die Frage: Was brauchen wir wirklich?

Berechtigt, denn: Das Meiste, was wir als Erwachsene anschaffen, „brauchen“ vor allem wir. Wir freuen uns auf unser neues Familienmitglied und fühlen uns der neuen Situation näher, wenn wir uns auch durch bestimmte Einkäufe damit verbinden und darauf einstellen können. Es ist eine wunderschöne Angelegenheit, ein Kinderzimmer einzurichten, neue Babykleidung zu besorgen und den Kinderwagen bereits in den Flur zu stellen. 

Auch der natürliche Nesttrieb der Mutter spielt hier eine besondere Rolle. Viele Frauen berichten davon, dass sie in den letzten Wochen vor der Geburt vermehrt aufräumen, putzen und alles in Schuss bringen, um das Nest für den Neuankömmling vorzubereiten. Wenn du diese Tendenz auch bei dir vernimmst, lebe sie ruhig voll aus und freue dich daran! Du bist im Geburtsfieber – und kannst deiner Erwartung auch durch deine Taten Ausdruck verleihen. Deine Kreativität wird dir dabei helfen, den Prozess vollends zu genießen und nicht das Gefühl zu haben, in Arbeit zu ertrinken.

Doch zurück zum Thema- was braucht mein Kind wirklich? Was brauchen wir wirklich, um unserem Baby einen sicheren, gesunden Start ins Leben zu ermöglichen? Gerade, wenn es finanziell herausfordernd ist oder ihr als Familie wertebasiert einkauft, ist guter Rat teuer.

Daher bietet sich hier für dich nun ein kleiner Überblick über über die nötigen und unnötigen Alltagsdinge.

Möbel & Co.

Wie bei fast allen Konsumgütern darf sich diese Frage an euren Lebensstil anlehnen. Dazu einige sinnvolle Fragen:

  • Bekommt das Baby ein eigenes Zimmer oder schläft es im Elternschlafzimmer?
    Hiernach entscheidet sich die Frage nach einem Kleiderschrank, extra Wohnraum zu Beginn, einem eigenen Bett und allerlei Kleinmöbeln. Als Richtwert sei hier angebracht: Wirklich notwendig für das Baby ist ein eigenes Bett, sofern es kein großes Familienbett gibt, in welchem das Baby sicher schlafen kann. Bei einem Kleiderschrank empfiehlt sich, sich direkt für ein Modell zu entscheiden, welches zeitlos mehrere Jahre lang genutzt werden kann, unabhängig vom Alter de Kindes. Ein Wickeltisch erweist sich als sinnvoll, wenn besonders auf Ordnung geachtet wird und alles an seinem Platz sein soll; im Alltag erweist sich oft, dass andere Flächen wie das Sofa oder unterwegs das Auto eher genutzt werden, als der Wickeltisch selbst.
    Fazit: Wenn es finanziell wirklich auf jede einzelne Entscheidung ankommt, kann das eigene Kinderzimmer warten. Es gehört nicht zu dem, was ein Baby unbedingt braucht, denn es möchte im Kern durchgehend bei den Eltern sein. 
  • Soll das Baby viel getragen werden oder ist ein Kinderwagen unsere erste Wahl?
    Ein Tipp für schmale Geldbeutel: Ein Kinderwagen muss nicht neu angeschafft werden, ein gebrauchter tut es auch! Meist sind gebrauchte Kinderwägen wunderbar in Schuss, weil Kinder schnell wachsen und sie daher nicht allzu lange in Benutzung sind. Nachschauen lohnt sich! Soll das Baby viel getragen werden, ist auch hier ein Kinderwagen eher nach hinten auf die Liste zu setzen. Doch auch als Bettchen tagsüber ist der Kinderwagen eine wunderbare Alternative – viele Babys schlafen sehr gut an der frischen Luft, beispielsweise auf der Terrasse. Warm und gemütlich eingepackt im Kinderwagen können so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden und eine extra Wiege wird überflüssig. 

Kleinutensilien

  • Milchpumpen, Flaschen und Co. Hier empfiehlt sich, sich im Vorhinein intensiv darüber Gedanken zu machen, ob du stillen möchtest oder nicht. Und selbst, wenn du dich fürs Stillen entscheidest, sind zumindest eine Flasche und auch eine Milchpumpe im Haus immer eine gute Entscheidung: Es kann zu unvorhergesehenen Zwischenfällen wie einer Brustentzündung oder einem Milchstau kommen, ein wichtiger Termin kann anstehen, den du ohne Baby wahrnehmen musst, oder das Baby verweigert aus unerfindlichen Gründen die Brust (hier ist die Begleitung der Hebamme in den Wochen nach der Geburt besonders wertvoll!)
  • Schnuller, Kuscheltiere, Spieluhren... hier bedarf es keinem besonderen Tipp. Wichtig ist nur, zu bedenken, dass das Baby in den ersten Wochen und Monaten weniger spielt als schläft, ein freies Bett braucht, um Unfälle zu vermeiden (also keine Kuscheltiere in Kopfnähe) und wenig reizüberflutenden Inhalt im Schlafbereich. Achte darauf, dass die Farben sanft sind, die Stoffe weich und die Umgebung nicht zu laut, wenn es sich ausruht. Alles andere liegt in eurem Ermessen- ein echtes Bedürfnis für das Baby ist einzig viel Körperkontakt, der Saugreflex beim Stillen, Wärme und allgemein die Nähe seiner Eltern. Ein Schnuller kann helfen, wenn das Baby vermehrt weint oder wenn du selbst einmal zu müde bist, um dem Saugreflex durch stillen nachzukommen.

Kleidung

  • Für Kleidung ist der wichtigste Tip: Bedenke immer, dass dein Baby sehr schnell wächst! Dies bedeutet, dass alles, was du kaufst, nicht lange im Gebrauch sein wird. Hier lohnt es sich ganz besonders, entweder Kleidung auszuleihen oder gebraucht zu erwerben – wobei du beim ausleihen immer bedenken darfst, dass gerade im Baby- und Kleinkindalter Flecken oft nicht mehr zu entfernen sind. 
  • Freund*innen und Bekannte nach Kleidung zu fragen, lohnt sich aber in jedem Fall. Ein guter Anlaufpunkt, um dem Kaufrausch günstig entgegen zu kommen, sind immer auch Flohmärkte. Die machen Spaß, halten die Ausgaben im Rahmen und es lassen sich viele Schätze erwerben.
  • Schuhe: Zu Beginn nicht nötig. Auch Lauflernschuhe sind erst nach mehreren Monaten interessant. 
  • Jacken etc: Achte bei warmer Kleidung darauf, dass sie das Baby nicht zu sehr einengt. Vieles sieht süß aus, ist jedoch nicht besonders praktisch: In einer dicken Winterjacke ist die Bewegungsfreiheit oft sehr eingeschränkt. Eine gute Alternative ist da immer ein warmer Schlaf- oder Fußsack für den Kinderwagen oder ein oder Ganzkörperanzug. Mützen und Socken sind dagegen wichtig, da sie das Baby vor ernsthaften Erkältungen schützen.
  • Windeln: Eine sehr spannende Angelegenheit, denn Einmalwindeln belasten sowohl den Geldbeutel, als auch die Umwelt immens. Die Qualitätsunterschiede sind zudem extrem und es benötigt einiges an Geduld, um heraus zu finden, welche Windeln dicht sind und die Babyhaut nicht reizen. Eine gute Alternative, die immer mehr wieder ihren Platz in der Gesellschaft findet, sind Stoffwindeln. Die bestehen nicht wie früher aus einem unpraktischen Stofftuch, sondern ragen technisch mittlerweile bestens an Einmalwindeln heran: Es gibt sie in allen möglichen Farben und Formen, größenverstellbar/mitwachsend, mit waschbaren Inlets und robustem, hautfreundlichen Material. Zudem bereitet es große Freude, dem Motivrausch zu verfallen :-)

Nun hast du einen kleinen Überblick über die Anschaffungen, die mit deinem Baby auf dich zukommen – im Grunde lässt sich zusammenfassend sagen: Das Baby braucht viel weniger, als man vielleicht meinen mag. Wenn es dir Freude bereitet und die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, steht deinem Kauferlebnis nichts im Wege, doch wenn nicht von Beginn an alles machbar ist, darfst du dich entspannt zurücklehnen: Solange du für dein Baby da bist, hat es alles, was es braucht. 

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AUTORIN: SARAH ACKER

1 Kommentar

Wer seinem stillenden Baby einen Schnuller anbietet, riskiert eine Saugverwirrung und damit große Probleme beim Stillen (bis hin zur Verweigerung der Brust) inklusive schmerzender Brustwarzen für die Mutter.

Ursel 11 Juni, 2021

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